Was hat es mit den SIMPLE-, MEDIUM- und COMPLX-Versionen auf sich?
Bei jedem Algorithmus können Komplexität und erhöhte Abtastraten abgewogen und gegeneinander ausgespielt werden. Die Yardstick-Versionen 1.x des QRS-Algorithmus wurden unter der Vorgabe entwickelt, auch noch bei 192 kHz lauffähig zu sein. Dies bedeutete andererseits, dass der DSP bei einem Betrieb mit 48 kHz nur während 1/4 der Zeit aktiv ist, und ansonsten völlig inaktiv auf das nächste Sample wartet.
Für den Anwender ist in diesem Fall alles unkompliziert: es können Abtastraten zwischen 38 und 216 kHz eingespeist werden. Das Gerät „frisst“ alles und die Bedienoberfläche bleibt einheitlich.
Für ambitionierte Algorithmus-Entwickler mag dies frustrierend sein. Wie viel mehr an nützlichen Kleinigkeiten könnte man doch mit der doppelten oder vierfachen Rechenleistung realisieren, wenn diese nicht brach liegen und vergeudet würde. Bevor es weitergeht, muss der Entwickler daher eine folgenschwere Entscheidung treffen: mache ich meinen Algorithmus 2x komplexer, dann kann er nicht mehr bei 192 kHz betrieben werden, sondern nur noch bei 96 kHz. Brauche ich die 4-fache DSP-Leistung, dann kann mein Algorithmus nur mehr bei 48 kHz eingesetzt werden. Der Verlust an Kunden mag bei 192 auf 96 kHz zu vernachlässigen sein. Werden aber 96 kHz auch nicht mehr angeboten, dann brechen bereits 10-20% der Kunden weg, und der verbleibende Rest ist verunsichert.
Andererseits bleibt der gesamte Kundenkreis erhalten, wenn von einem Algorithmus verschiedene Komplexitäten angeboten werden. Oft ist es nicht nötig, sämtliche Raffinessen in ein Plug-in zu packen. Vielleicht ist es ja möglich, mit nur unwesentlichen funktionalen Einschränkungen einen akzeptablen Kompromiss anzubieten, der dann auch bei der doppelten Abtastrate noch lauffähig ist. Ein solcher Ansatz mag sogar manchem High-End-Kunden entgegenkommen. Motto: was brauche ich bei meinem $3000-Preamp (oder 192 kHz) Klangregler...
Genau darum geht es bei SIMPLE, MEDIUM und COMPLX. Bei SIMPLE-Plug-in wird aller überflüssiger Ballast weggelassen; dies ist sozusagen eine Minimalversion, die aber bis zu 216 kHz uneingeschränkt einsatzfähig bleibt. Beim COMPLX-Plug-in wird alles hinein gepackt, was nur irgendwie und gelegentlich Sinn macht; ein Flaggschiff also. Und dazwischen setzen wir ein MEDIUM-Plug-in, welches gewisse Spielmöglichkeiten bietet, bezüglich der Klangqualität aber nur marginale Abstriche macht.
Oft gilt sogar der Zusammenhang COMPLX:48kHz, MEDIUM:48..96kHz, SIMPLE:48..192kHz; das muss aber nicht immer so sein. Deshalb gibt es bei allen Plug-ins stets auch eine Angabe zur maximalen Abtastrate: x1, x2 und x4.
Das vielseitigste und am meisten verbreitete Plug-in ist die SIMPLE-Version. Wenn vom Ergebnis her vertretbar, dann sollte ein Plug-in auf diese eine Version beschränkt werden. Dies spart Pflegeaufwand beim Entwickler und Einarbeitungsaufwand beim Anwender.
www.quantec.com/?id=faq012
Okt 2008, aktualisiert Aug 2011
Wenn Sie mehr über die klanglichen Konsequenzen der SIMPLE-, MEDIUM und COMPLX-Raummodelle beim QRS-Algorithmus erfahren möchten, dann empfehlen wir Ihnen FAQ 069 ...

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